Pressemitteilungen 2017

„Hilfe, mein Handy ist in die Ostsee gefallen!“

Hat das Smartphone in Salzwasser gebadet, dürfen Wiederbelebungsversuche nicht zu forsch ausfallen. Sonst schickt man sein Gerät erst recht in die ewigen Jagd-, pardon: Fanggründe.

Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem Tauchgang sollten möglichst von Experten eingeleitet werden. Allerdings: Das Einzige, was sie garantieren können, ist eine professionelle Datenrettung.

"Bloß nicht einschalten!" warnt Axel Brandt von Deutschlands größtem Reparaturcenter für Handys, Smartphones und Tablets. Bei w-support.com gehen nach den Sommerferien regelmäßig Meldungen über missglückte Schwimmversuche von Mobilgeräten ein. Auch den Hilferuf mit der Ostsee hat es tatsächlich so gegeben. Eine Frau wandte sich ziemlich verzweifelt an das Repaircenter. Ihr Microsoft Lumia war ihr aus der Hand gerutscht.

Nach einem solchen Malheur darf sich glücklich schätzen, wer den mobilen Begleiter unter Wasser wiederfinden und auch noch herausfischen konnte. Doch was dann? Auf die Heizung legen oder mit einem Föhn bearbeiten? Nach einem Salzwasserbad ist das keine gute Idee. Als erstes sollte man SIM- und Speicherkarten sowie den Akku herausnehmen. Ist der Stromspeicher fest verbaut, lässt man das Handy am besten aus. "Beim Einschaltversuch können sonst noch größere Schäden die Folge sein", begründet Brandt. Wer sich an Schul-Experimente mit Kochsalzlösung, Batterie und Lämpchen erinnert, ahnt rasch, welch verheerende Wirkung Salzwasser hier haben kann. Es leitet den Strom, produziert also sehr zuverlässig Kurzschlüsse und ruiniert damit die Platine.

Auch bei dem Microsoft Lumia aus der Ostsee war deshalb Eile geboten: Die Hotline empfahl der Frau, den Akku zu entfernen und das Gerät per Express einzuschicken. Als es eintraf, war das Smartphone innen schon stark korrodiert. "Wir reinigten die Platine mit verschiedenen Speziallösungen und hatten dann ein kurzes Zeitfenster, um die Daten auszulesen", erinnert sich Brandt. Das Handy blieb zwar irreparabel beschädigt. Doch zur Freude der Besitzerin waren alle Fotos und Videos vom eigenen Kind wiederhergestellt.

 

Erste-Hilfe-Tipps zur Selbstanwendung

Mobilgeräte, die Kontakt mit Salzwasser hatten, sollten in Süßwasser - idealerweise mit destilliertem Wasser - gespült werden. Dann müssen sie trocknen, und zwar ohne mit Hitze nachzuhelfen. Feuchtigkeit, die sich nicht mit Handtuch oder Küchenpapier aufnehmen lässt, kann man dem Gerät mit Hausmitteln entziehen. Zum Beispiel, indem man das Smartphone mit Reis zusammen in einer Box verstaut. Auch Beutel mit Kieselgel, wie man sie in neu gekauften Taschen oder Schuhen findet, eignen sich. Der Trocknungsprozess ist langwierig, dauert mindestens zwei Tage. Mit etwas Glück lässt sich das Gerät nun wieder starten.

Mittlerweile haben die meisten Hersteller die Negativwirkung von Wasserschäden erkannt. Sie bringen immer mehr Mobilgeräte mit den Schutzklassen IP 67 oder IP 68 auf den Markt.

Die Zahlenwerte geben den Schutz gegen Staub und Wasser an. Die 6 als erste Ziffer bedeutet vollständige Staub-Abdichtung. Ziffer zwei klassifiziert den Schutz vor eindringendem Wasser. Ein Smartphone mit IP 67 soll man 30 Minuten lang einen halben Meter untertauchen können. Bei IP 68 sogar mindestens 1,5 Meter tief. Für das aggressive Salzwasser in Nord- und Ostsee kann man sich auf diese Angaben jedoch nicht verlassen.

Dass die "Handy-Doktoren" von w-support.com gar keine Reparatur-Aufträge für Wasserschäden annehmen, hat mit technischen Belangen und rechtlichen Vorgaben gleichermaßen zu tun. Axel Brandt erläutert: "Eine Platine besteht aus mehreren miteinander verbundenen Schichten, deshalb kann eine nachhaltige Beseitigung von Korrosionsschäden nicht garantiert werden." Keiner weiß schließlich, wie sich die Korrosion noch ausbreiten wird. "Aus diesem Grund können wir für den Erfolg der Reparatur keine Gewährleistung geben. Dazu wären wir aber gesetzlich verpflichtet."

Wer sein Smartphone nach einem Tauchgang nicht selbst wiederbeleben kann, dem bleibt folglich nur eine Gewissheit: Eine Datenrettung ist in 90 Prozent der Fälle trotzdem möglich.

 

Bildunterschriften:

Bild 1 - Motive "Smartphone im Wasser" und "Badende Frauen suchen nach Smartphone":
Symbolfoto Smartphone fällt ins Wasser. Bildrechte: Fotolia / iStock

Bild 2 - Motive defektes Smartphone:
w-support.com-Mitarbeiterin Lisa Oeser zeigt das stark korrodierte Innenleben eines Smartphones. Bildrechte: KOMSA

24.07.2017

Symbolfoto Smartphone fällt ins Wasser. Bildrechte: Fotolia

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